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Samstag, 31. Oktober

Sa, 31. Okt 2026, 19:30

NIALL HORAN

@ Olympiapark München | Olympiahalle

Live Nation Presents NIALL HORAN Dinner Party Live On Tour Support: Flowerovlove Gemeinsam an einem Tisch zu sitzen, fühlt sich an, als würde man die Zukunft miteinander teilen. Niall Horans neues Album „Dinner Party“, das am 5. Juni über Capitol Records erscheint, hat genau diesen Vibe eingefangen und lässt den Hörer mit Wärme, Witz und Aufrichtigkeit an diesem Erlebnis teilhaben. Das Album ist filmisch und organisch, mit Songs, die sich anhören, als würden Erinnerungen sanft entstehen. Julian Bunetta und John Ryan, Horans langjährige Mitstreiter, fungierten hierbei als Executive Producer. Zu seinen weiteren kreativen Partnern und Co-Autoren gehörten Afterhrs, Amy Allen, Ian Franzino, Andrew Haas, Steph Jones, Rocky Block sowie Joel Little. Horan, der kürzlich mit Myles Smith auf der gemeinsamen Single „Drive Safe“ kollaborierte, ziert das Cover des GQ HYPE Magazines. Jenes beschreibt „Dinner Party“ als „eine Kollektion an aufrichtigen, sepiafarbenen Liedern, die Horan laut eigener Aussage in 2024 zu schreiben begann, nachdem er 30 wurde, als er einen Gang zurückschalten, über die Vergangenheit nachdenken und sich seine Zukunft vorstellen konnte“. Nun hat Niall Horan seine DINNER PARTY LIVE ON TOUR mit Terminen in Großbritannien und Europa angekündigt. Der mehrfach Platin-ausgezeichnete internationale Popstar Niall Horan machte sich ursprünglich als Teil der weitweit erfolgreichen Boygroup One Direction einen Namen. Seitdem hat er sich selbst als regelrechter Powerhouse-Artist etabliert und über 90 Mio. Tonträger weltweit verkauft. Seine Solokarriere begann er mit dem mit Platin zertifizierten Album „Flicker“ – mitsamt dem Dreifach-Platin ausgezeichneten Hit „Slow Hands“ – sowie dem 2020 erschienenen Folgealbum „Heartbreak Weather“, das auf Platz 1 der Billboard 200 sowie der Albumcharts in UK landete. Auch sein dritter Langspieler „The Show“ führte 2023 beide Albumcharts an und besetzte Top-Positionen in den Chartlisten zahlreicher anderer Länder. „Heaven“, die Lead-Single des Albums, debütierte als höchster Neueinstieg in den globalen sowie US-Spotify-Charts und bescherte Horan den stärksten Streaming-Tag seiner bisherigen Solokarriere. Sein globaler Headline-Run THE SHOW: LIVE ON TOUR im Jahr 2024 brachte seine Musik in ausverkaufte Arenen auf mehreren Kontinenten und kulminierte in einer ausverkauften Nordamerika-Tour sowie weltweit über 1,2 Mio. verkauften Tickets. Abseits der Musik wurde Horan zu einem Fanliebling als Coach der NBC-Produktion „The Voice“, bei der er als Mentor mit den Teilnehmenden drei Staffeln gewinnen konnte. Eine Errungenschaft, die zeigt, dass seine Fähigkeiten nicht nur darin liegen, eigene Hits zu schreiben – sondern auch darin, andere zu inspirieren und als Mentor für die nächste Generation an Talenten zu fungieren. Seine Performance für den damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten Joe Biden im Weißen Haus zementierte seinen Status als Künstler mit globaler Reichweite und kulturellem Impact im März 2023 weiter.

Niall Horan sitzt an einem Holztisch in einem lichtdurchfluteten Raum, stützt einen Arm auf den Tisch und den Kopf auf die Hand. Im Hintergrund befinden sich Holzmöbel, eine rote Lampe sowie mehrere Pflanzen vor einem großen Fenster.
Zackery Michael
Sa, 31. Okt 2026, 19:30

TAT FESTIVAL 26 // FESTIVAL FOR CONTEMPORARY JAZZ / TAG 2

Der Verein TonArtTirol präsentiert in der dritten Auflage des "Festival For Contemporary Jazz" spannende Bands: Platzkonzert mit John Blow // Mad About Lemon // Gummimamba // Peter Rom Wanting Machine

@ Treibhaus Innsbruck

MAD ABOUT LEMONMimi Schmid und Anna Widauer sind mehr Band als Vokalensemble. Mit ihrem sehr persönlichen Instrumentarium formen sie ihre Songs - minimalistisch. Im Zentrum aller Stücke stehen ihre unverwechselbaren, facettenreichen Stimmen. Folkig experimentelle Songs in herzzerreißender Zweistimmigkeit auf Englisch, Deutsch und im Tiroler Dialekt gesungen. Ungeschliffen und trotzdem zart pflanzen sie ihre Geschichten und Gedanken direkt ins Herz.Mad About Lemon präsentieren ihr frisches Programm. Ihr Debutalbum Hunger & Pleasure haben Mad About Lemon 2022 veröffentlicht. 2024 erschien Snow From Yesterday (Manu Delago ft. Mad About Lemon) für welches der Tiroler Komponist und Perkussionist Manu Delago das Vokalensemble ins Boot geholt hat. Von Februar 2024 bis Februar 2025 waren Manu Delago und Mad About Lemon mit diesem Programm auf gemeinsamer Europa Tour. Zurzeit arbeiten Mad About Lemon an ihrem zweiten Album. Einige bisher noch unveröffentlichte Songs gibt es aber schon live zu hören. Mimi Schmid & Anna Widauer: Vocals, Ukulele, Bass-Ukulele, Mandoline, Synthesizer, Gitarre, Glockenspiel, Percussion GUMMIMAMBASowohl Gummi als auch Mambas sind in unseren Breitengraden bekanntermaßen nicht endemisch. Exotisch geht es trotzdem zu, wenn die Band ihrer Vorstellung von zeitgenössischem Jazz frönt. Das Trio vollzieht eine geschickte Gratwanderung zwischen freiem Spiel und komponierten Stücken. Elastische Improvisationen arten aus, die Metamorphose hin zu lässigen Grooves wird mit spielerischer Leichtigkeit vollzogen. Vielleicht hilft ja ein Blick in die Musikgeschichte um den Bandnamen zu entschlüsseln: In den 50er Jahren gelang Perez Prado, der bekannt war als der „King of Mambo“, mit dem Trompetensolo „Gummi-Mambo“ ein Welterfolg. Tragischerweise starb er Jahre später an dem Biss einer Mamba. Doch zu dieser Zeit war der Oktaver noch nicht erfunden, den Philipp Ossanna (E-Gitarre, 8vb) einsetzt um dieses Trio um einige Oktaven zu erweitern. Martin Ohrwalder (Trompete, Electronics) betört mit seinen Melodien und Lukas Laimer, vermutlich der wildeste Trommler seiner Zeit, spielt sein Set als gäbe es kein Morgen mehr. Gemeinsam begeben sich die drei Musiker auf die Suche nach dieser wilden Schlange. Ob sie sich rächen können, oder selbst von der Mamba in die Knie gezwungen werden, muss das Publikum selbst herausfinden. Martin Ohrwalder: Trumpet, Electronics Lukas Laimer: Drums Philipp Ossanna: Guitar, Synth, Composition PETER ROM WANTING MACHINE„Mit „Wanting Machine II“ (Jazzwerkstatt Records) legt Peter Rom ein Album vor, das sich konsequent jenseits vertrauter stilistischer Raster bewegt. Der Wiener Gitarrist – seit vielen Jahren eine prägende Figur der lokalen Szene und Mitinitiator der JazzWerkstatt Wien – öffnet darauf die Tore zu einem ganz eigenen musikalischen Universum. Eines, das seine Geschichte nicht entlang klarer Genregrenzen erzählt, sondern in offenen, ständig in Bewegung befindlichen Klangzuständen. Gemeinsam mit einem hochkarätigen Ensemble – darunter Bassist Manu Mayr, die Schlagzeuger Lukas König und Valentin Duit, Thereministin Khadijah Pamelia Stickney, die beiden Die Strottern-Mitglieder David Müller und Klemens Lendl sowie Vincent Pongracz an der Klarinette, Matthew Halpin am Altsaxofon und an der Flöte und Benny Omerzell am Piano – entwickelt Rom einen Sound, der auf Reduktion setzt und gerade daraus seine besondere Intensität bezieht. In den grosszügig angelegten Freiräumen dieser Musik verdichten sich Stimmungen, einzelne Töne erhalten Gewicht, kleine Verschiebungen entfalten große Wirkung. Die Stücke wirken dabei wie fragile Konstruktionen, deren Form sich im Verlauf des Hörens immer wieder verändert. Roms Gitarre fungiert zwar als zentraler Bezugspunkt, tritt jedoch selten als klassisches Soloinstrument hervor. Vielmehr fügt sie sich in ein vielschichtiges Geflecht aus Linien, Geräuschen und rhythmischen Fragmenten ein, das aus unterschiedlichsten instrumentalen Farben gespeist wird. Gerade diese ungewöhnliche Klangpalette prägt den eigenständigen Charakter des Albums. Neben Bass und Schlagzeug treten Instrumente auf, die im Jazzkontext eher selten anzutreffen sind. Theremin oder singende Säge erweitern das Spektrum ebenso wie verfremdete Bläser- und Streicherklänge. Durch besondere Spieltechniken, Effekte und klangliche Bearbeitungen verschwimmen die Grenzen zwischen den einzelnen Instrumenten dabei immer wieder. Musikalisch bewegt sich „Wanting Machine II“ in einem schwebenden Zwischenbereich aus Komposition und freiem Spiel. Ausgefallene Klangexperimente treffen auf eigenwillige Schlagzeug-Grooves, auf verträumte, leicht neben der Spur liegende Laid-back-Passagen und auf Momente beinahe hypnotischer Ruhe. Dann wiederum verdichten sich die Strukturen plötzlich zu nervösen rhythmischen Feldern oder nehmen einen leicht rockigen Zug an. DieseWechsel zwischen offener Klangfläche und energiereicher Verdichtung verleihen der Musik eine eigentümliche Spannung. So entsteht mit „Wanting Machine II“ ein Werk, das bewusst eigene Wege geht und sich klassischen Stildefinitionen entzieht. Es ist eine Musik, die weniger auf unmittelbare Eingängigkeit zielt als auf eine besondere Form des Hörens – und gerade dadurch einen eigenwilligen, atmosphärisch dichten Klangkosmos eröffnet, der lange nachwirkt.“ – Mica.at, Michael Ternai 11.3. 2026 Peter Rom: Guitar Matthew Halpin: Sax Manu Mayr: Bass Lukas König: Drums

TAT FESTIVAL 26 // FESTIVAL FOR CONTEMPORARY JAZZ / TAG 2
Sa, 31. Okt 2026, 19:30

De Profundis

@ Berliner Ensemble › Großes Haus

"Wer eine Maske will, muss sie tragen. Aber wer einzig nach Selbstverwirklichung strebt, weiß nie, wohin er geht. Hat man das Gewicht der Sonne gewogen, die Mondphasen vermessen und die sieben Himmel Stern für Stern kartografiert, so bleibt da immer noch man selbst." O. W. Oscar Wilde wurde 1895 zu zwei Jahren Haft verurteilt – weil er provozierte; weil er sich über Konventionen hinwegsetzte, weil er Männer liebte und sich nicht versteckte. Sein Strafprozess war ein Exempel – weniger gegen eine Tat als gegen eine Haltung, gegen seinen unbändigen Drang nach Freiheit und Anerkennung. Sein langer Brief an Alfred "Bosie" Douglas aus dem Gefängnis, der unter dem Titel "De Profundis" bekannt wurde, ist der letzte Aufschrei eines gebrochenen, aber nicht gebändigten Geistes; das Protokoll eines Menschen, der stets nach den Grenzen seines bürgerlichen Lebens gesucht und der am Ende alles verloren hat. Wilde schreibt mit größter literarischer Meisterschaft von Verachtung und Einsamkeit, von Stolz und Schmerz. Und über eine Gesellschaft, die nicht duldet, was sie nicht versteht. Was bleibt, wenn einem alles genommen wird, was man je war? Was lässt sich noch hoffen, wenn man nichts mehr hat außer sich selbst? Regisseur Oliver Reese bringt Wildes sprachgewaltigen Versuch, sich durch die Kunst das Leben zurückzuerobern, mit Jens Harzer auf die Bühne. Mit "De Profundis" gibt Harzer sein Debüt als Ensemblemitglied. "Die besten Theaterinszenierungen des Jahres 2025": Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung gehört "De Profundis" zu den zehn besten Inszenierungen des Jahres 2025. Was bleibt von einem Leben?Woran denken Sie, wenn Sie den Namen Oscar Wilde hören? An seinen Roman "Das Bildnis des Dorian Gray" vielleicht. Sein "Märchen vom selbstsüchtigen Riesen". Möglicherweise an seine Bühnenstücke, an Bonmots und Anekdoten. Vermutlich denken Sie aber vor allem an einen "Dandy", einen "Provokateur" und "Wortakrobaten". Wilde – der extravagante Liebling der Londoner Salons, ein ironischer Weltgeist im Maßanzug, ein Leben eingedampft zur Karikatur, umrissen von grellen Konturen. Wir machen uns ein Bild – und entlasten uns von allen Widersprüchen. Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre hat diese Dynamik analysiert: Der Blick des Anderen, schreibt er, fixiert. Er verwandelt Menschen in Objekte. Er definiert. Er legt fest – bis das Selbstbild im Spiegel des Urteils zerfällt: "Die Hölle, das sind die anderen." Und: "Der Blick hat die Kraft, mich nicht nur zu beobachten, sondern zu definieren – bis mir das eigene Selbst entgleitet." Oscar Wilde spielte mit diesem Blick; er entzog sich ihm nicht, sondern posierte für ihn und provozierte ihn. Er suchte das Rampenlicht und spielte mit seinem öffentlichen Bild. Er unterlief Erwartungen, übersteigerte sie, kehrte sie um. Er stellte sich auf einen Sockel und erklärte sich zum König der Welt. Und dafür musste er letztlich zahlen: mit seiner Freiheit, seiner Gesundheit, dem Verlust seines öffentlichen Lebens. Am 25. Mai 1895 verurteilte ein Londoner Gericht Wilde zu zwei Jahren Haft und Zwangsarbeit – wegen "grober Unzucht". Das Urteil war vor allem ein moralisches, das nun juristisch vollstreckt wurde: Ein Mann, der sich nicht an die unausgesprochenen Regeln hielt, wurde öffentlich gebrandmarkt. Denn obwohl offiziell für seine Sexualität verurteilt, war Homosexualität auch im viktorianischen England kein seltenes Phänomen – wohl aber musste sie unsichtbar bleiben. Wilde jedoch weigerte sich, im Schatten zu leben. Sein eigentliches Vergehen war nicht sein Begehren, sondern seine Sichtbarkeit. Denn Sichtbarkeit ist ein Privileg – und nicht jede:r durfte sie sich leisten. Wilde war zwar der Sohn eines angesehenen irischen Arztes, wurde in Oxford ausgebildet, bewegte sich souverän in den Kreisen der kulturellen Elite. Doch er blieb wirtschaftlich abhängig von seinem literarischen Erfolg und war kein fester Bestandteil der aristokratischen Welt, der er angehören wollte. Seine teure Kleidung und seine Extravaganz waren nicht nur Pose, sondern auch Strategie und Spiel: ein Versuch, durch Stil, Witz und Inszenierung soziale Grenzen zu überschreiten. Ein Spiel mit hohem Einsatz jedoch. Denn in einer Gesellschaft, die sich über Codes wie Sprache, Kleidung und Netzwerke selbst stabilisiert, bedeutet Abweichung nicht nur Exzentrik, sondern Subversion. Genau hier beginnt die Ambivalenz, die Wilde zu einem Vorreiter der Moderne und ihn zugleich so schwer fassbar machte: War er Rebell oder Opportunist, der die Pose nutzte, um sich zu profilieren? Selbstdarsteller oder Moralist? Individualist oder Spiegel seiner Zeit? Die Literaturwissenschaftlerin Sos Eltis beschreibt ihn als eine Figur, die "zwischen Rollen changierte, ohne sich je festzulegen". Er war Dandy, Satiriker, Märtyrer – aber auch ein zutiefst konservativer Ästhet, der an Ordnung und Schönheit glaubte. Gerade diese Widersprüchlichkeit macht ihn zu einer Figur von bestürzender Aktualität – in einer Gegenwart, die Eindeutigkeit fordert und Ambivalenz kaum noch aushält. Natürlich spielte Wilde Rollen – viele sogar. Aber sie dienten nicht vor allem der Täuschung, sondern der Offenlegung: Seine Komödien – wie "Ein idealer Gatte" oder "Bunbury oder Ernst sein ist alles!" – entlarven die viktorianische Oberschicht mit chirurgischer Präzision. Sie zeigen auf, wie ein gesellschaftliches System alles, was es nicht benennen kann, diszipliniert und verdrängt. Der Literaturwissenschaftler Joseph Bristow nennt seine Stücke "Diskursanalysen der viktorianischen Klassenmoral". Aber auch Wilde war Teil dieser Gesellschaft. Er war Beobachter und Beteiligter zugleich. In seinen Texten findet sich diese Spannung zwischen Außenseitertum und Anpassung, zwischen dem Wunsch nach Zugehörigkeit und der Lust an der Provokation. In einer Gesellschaft, die sich durch das Unsagbare stabilisiert, kann Sprache Verrat bedeuten. Und in einer Ordnung, die sozialen Aufstieg streng kontrolliert, wird jeder ästhetische oder moralische Bruch zum Affront. Das Unterlaufen von Fest- und Zuschreibungen, der Zweifel an der einen Wahrheit und den Glauben an den Triumph der Kultur über die Natur machten ihn zum Wegbereiter der Moderne und zum Feind der starren viktorianischen Gesellschaft. Dass Wilde – in Selbstüberschätzung vielleicht? – diesen Affront bis ins Äußerste trieb, brachte ihn schließlich ins Gefängnis. Und mit der Verurteilung 1895 endet nicht nur Wildes Karriere, sondern auch sein Leben als Künstler. Zurück blieb ein Mann, dem seine Bühne genommen wurde. Und mit ihr die Sprache. Denn was ihn zerstörte, war nicht allein das Urteil. Es war die Isolation, das Verstummen, der Entzug der Öffentlichkeit. Wilde, der große Stilist, Meister der Formulierung, wurde zum Schweigen gebracht. Seine Werke wurden von den Bühnen verbannt, er selbst durfte erst nach anderthalb Jahren im Gefängnis wieder schreiben – ein gezielter Akt sozialer Auslöschung. In der Einzelzelle von Reading Gaol schrieb er kurz vor der Entlassung "De Profundis". Ein langer Brief an seinen Geliebten Lord Alfred Douglas und eine literarische Selbstvermessung: schmerzlich, tastend, ungeschützt. Wilde blickt auf sich zurück – mit Demut, aber nicht mit Reue. Das ironische Spiel weicht der Klarheit, die gezielte Pointe dem Ernst der Existenz. Es ist eine literarische Passionsgeschichte, eine Reflexion über Schmerz, Verantwortung und Identität. Wilde findet im Leiden keine Erlösung, aber eine Tiefe und Selbstreflexion, die ihm zuvor verschlossen war. Ein Mann, der sich selbst zum Objekt machte, um in einer Gesellschaft zu reüssieren, die den Individualismus nicht schätzte, wird zum Subjekt. In der Abgeschiedenheit der Zelle kann sich Wilde vom Blick der anderen befreien – er lässt ihn hinter sich. „Denn jeder tötet, was er liebt“, dichtet er im einzigen Werk, dass er nach seiner Entlassung noch zu schreiben vermochte: "Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading". Zwei Jahre nach seiner Entlassung starb Wilde am 30. November 1900 in Paris. Verarmt, vereinsamt und krank. Heute gilt Wilde als Ikone: als Märtyrer, als queeres Symbol, als Wegbereiter der Moderne. Doch gerade diese Ikonisierung trägt eine neue Gefahr in sich: Sie macht ihn wieder zum Objekt. Wieder zur Oberfläche. Denn so ehrenvoll diese Zuschreibungen sind – sie fixieren ihn erneut im Außen. Wilde war nie eindeutig. Nie bequem. Nicht nur Opfer – auch Störung. Auch Täter. Er stieg hinab in den "Morast" und in die Welt der Kriminellen, der jungen Prostituierten und Zuhälter. Auch das gehört zu den vielen Gesichtern des Oscar Wilde. Auch dafür wurde er verurteilt. Was bleibt nun von einem Leben? In einer Gesellschaft, die auf Eindeutigkeit drängt, ist Ambivalenz ein Angriff auf den Status quo. Wilde hielt ihr die Mehrdeutigkeit entgegen: Ironie, Maskenspiel, Stil als Waffe und als Schutzschild. Er zeigte, dass man den Normen nicht entkommen muss, um sie zu unterwandern – manchmal reicht es, sie zu überhöhen. Er spielte mit den Regeln. Er brach sie. Und er zahlte den Preis dafür. Sartre schrieb: "Der Blick des Anderen konstituiert mich als das, was ich bin." Oscar Wilde wurde zu einem Bild gemacht, das ihn zunächst adelte – und schließlich erstickte: Der Dandy. Der Verführer. Der Märtyrer. Was bleibt von Oscar Wilde? Vielleicht genau das: Ein Werk, das es wiederzuentdecken gilt – auch jenseits von Zuschreibungen. Eine Stimme, die nicht schweigt. Ein Widerspruch, der nicht aufzulösen ist. Von Johannes Nölting

Berlin Berliner Ensemble
CC BY-SA 3.0 – http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/
Sa, 31. Okt 2026, 19:30

Jew­geni Onegin

Pjotr Tschaikowski

@ Konzerthaus Berlin › Großer Saal › Schillertheater

In überwältigenden und detailreichen Naturbildern inszeniert Barrie Kosky Tschaikowskis melancholisches Seelendrama über die Hoffnungen, Sehnsüchte und das Scheitern von vier jungen Menschen, die am Ende erkennen müssen: Zum Fassen nahe war das Glück! Als der Dichter Lenski seine Verlobte Olga besucht und seinen geheimnisvollen Freund Jewgeni Onegin mitbringt, ist es um Olgas introvertierte Schwester Tatjana geschehen. Doch hart weist Onegin Tatjana von sich. Jahre später begegnet er ihr erneut – nun ist sie es, die sein plötzliches Liebesflehen nicht erhören will … Mit Jewgeni Onegin glückte Tschaikowski der Durchbruch als Opernkomponist und zugleich ein einzigartiger Beitrag zum modernen Musiktheater. Barrie Koskys Inszenierung wartet mit einem opulenten Bühnenbild auf, das die Poesie der Figuren und ihrer Tragödie in die Weite eines natürlichen Raumes versetzt. Jewgeni Onegin zeigt sich in Tschaikowskis unvergesslicher Musik als »feinnerviges Psychogramm junger Leute, die gerade zum ersten Mal erfahren, was unumkehrbare Entscheidungen sind.« [BR KLASSIK] 1. Akt Ein Sommertagsidyll in der russischen Provinz, man macht, was man an solchen Tagen macht: Inmitten einer Ausflugsgesellschaft von Landleuten plaudert die Gutsbesitzerin Larina mit der treuen Hausangestellten Filippewna, der Amme ihrer Töchter Olga und Tatjana. Die beiden Alten kochen Marmelade ein und erinnern sich: an einstige Liebeshoffnungen und die Gewöhnung an Enttäuschung. Larinas Töchter singen ein Lied, die lebenslustige Olga tanzt, ihre introvertierte Schwester Tatjana schmökert lieber in Romanen.

Jew­geni Onegin
Sa, 31. Okt 2026, 19:45 · Einlass 19:00

Picture This / Support: Marc Atlas / Dreamboys The Band

@ Schlachthof Wiesbaden › HALLE

Picture This / Support: Marc Atlas / Dreamboys The Band
Sa, 31. Okt 2026, 20:00

Flashback Orchestra presents - Dance 'til you're dead

@ Alte Feuerwache

Flashback Orchestra presents - Dance 'til you're dead
Sa, 31. Okt 2026, 20:00 · Einlass 19:00

Jonny Mahoro

Pop, Indie und R’n’B. Support: Smello

@ Kulturzentrum Faust › Mephisto

Jonny Mahoro
Sa, 31. Okt 2026, 20:00

Carolin No - NE//ON - 20 YEARS LIVE

@ Wirtshaus im Schlachthof, Ox

Carolin No - NE//ON - 20 YEARS LIVE Seit über 20 Jahren schreibt das Duo „Carolin No“ seine ganz persönliche musikalische Erfolgsgeschichte – dank künstlerischer Eigenständigkeit, musikalischer Tiefe und getragen von einer treuen Fangemeinde. Mit der Jubiläumstour „NE//ON – 20 Years Live“ feiern Carolin und Andreas Obieglo zwei Jahrzehnte voller Musik, Geschichten und unvergesslicher Momente – und lassen ihre besten Songs in neuem Licht erstrahlen. Carolin No – das sind zwei Multiinstrumentalisten und Songwriter, die nach Stationen in den USA und Berlin heute bei Würzburg leben, ihre Musik schreiben und in Eigenregie produzieren. Ihr Sound verbindet akustische Klänge mit elektronischen Texturen und Songwriter-Tradition mit atmosphärischen Soundscapes. Die Kompositionen des Duos, die voller Tiefe, Wärme und poetischer Kraft sind, schaffen einen Klang-Kosmos, der gleichermaßen berührt und inspiriert. Mit acht Studioalben, rund 50.000 verkauften Tonträgern und mehreren Millionen Streams jährlich haben sich Carolin No eine große, stetig wachsende Fanbase aufgebaut. Konzerte und Kollaborationen mit Künstler:innen wie Reinhard Mey, Suzanne Vega sowie John Helliwell und Jesse Siebenberg von Supertramp unterstreichen ihre besondere Stellung in der Singer-Songwriter-Szene. Auch die Fachwelt würdigte ihren Weg mit zahlreichen Auszeichnungen – darunter der Nachwuchsförderpreis für junge Songpoeten, der Kulturpreis der Bayerischen Landesstiftung sowie eine Nominierung für den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Die Jubiläumstour „NE//ON – 20 Years Live“ ist ein mitreißendes Live-Erlebnis für alle Sinne, das die Songs aus zwanzig Jahren zusammenführt und sie in neuen Farben leuchten lässt.

Ein Portrait vom Duo Carolin No vor einem grauen Hintergrund eine Person mit Hut steht hinter einer Person mit blondem Bob und gemusterter Jacke.
Alexander Berger
Sa, 31. Okt 2026, 20:00

Die Mirage Show Puchheim bei München

@ PUC Puchheim

DIE MIRAGE SHOW Atemberaubende Darbietungen, funkelnde Stars, fetzige Songs und mitreißende Comedy vereint in einem spektakulären Erlebnis… Klingt das verlockend? Dann solltest Du unbedingt einmal die Travestieshow Mirage Show besuchen! Hier verbringst Du einen exklusiven Abend, der garantiert Deine Lachmuskeln herausfordert. Für die Travestieshow Mirage Show werden für Dich die bekanntesten Travestiekünstler aus ganz Deutschland in Deine Stadt geholt. Gemeinsam gestalten sie ein buntes Programm, das Dich einfach mitreißen wird. Damit Du auch einen besonders guten Blick auf die Bühne hast, wurde für Dich bereits einer der besten Plätze reserviert. Mach es Dir gemütlich und warte gespannt darauf, dass sich der Vorhang hebt. Kaum hat der letzte Gast seinen Platz gefunden, betritt der erste Künstler die Bühne und es kann losgehen! Sobald die Show gestartet ist, wirst Du völlig in den Bann der talentierten Künstler gezogen. Geniale Comedy wechselt sich ab mit Musical Darbietungen und Tanzeinlagen. Bei der Travestieshow Mirage Show ist garantiert für jeden Geschmack etwas dabei! Die glitzernden Kostüme und das glamouröse Make-Up der Darsteller sorgen dafür, dass Du völlig begeistert sein wirst von der Show, die sich vor Deinen Augen abspielt. Ganz gleich, ob Du bereits viele Travestieshows gesehen hast oder ob dies die erste Show dieser Art ist, die Du besuchst – gute Unterhaltung und beste Laune sind Dir am heutigen Abend auf jeden Fall garantiert!. So kommst Du mit einem großen Lächeln im Gesicht aus Deiner Show und wirst es kaum erwarten können, einmal wieder einen Abend mit so guter Unterhaltung verbringen zu können.

Poster zur Die Mirage Show an Halloween mit mehreren Traverstie Künstlern und ganz viel Halloween Deko
Tanja Silzer Events
Sa, 31. Okt 2026, 20:00

Loamsiada - Mundart Brass - Duo

@ Wirtshaus im Schlachthof, Ox

Das Künstler-Duo auf gemustertem Sofa in Wohnzimmerkulisse während eine Person aufrecht sitzt und die andere kopfüber auf dem Sofa liegt
Jean Karl Keller
Sa, 31. Okt 2026, 20:00 · Einlass 20:00

Night Of The Living Trash

It´s HALLOWEEN, but come as you are…

@ Schlachthof Wiesbaden › KESSELHAUS

Night Of The Living Trash
Sa, 31. Okt 2026, 20:00 · Einlass 19:00

MAX MUTZKE

"Live Tour 2026"

@ Kulturzentrum TOLLHAUS

MAX MUTZKE
Sa, 31. Okt 2026, 20:00 · Einlass 19:00

MICHAEL KREBS

"Optimismus. Jetzt stark reduziert"

@ Kulturzentrum TOLLHAUS

MICHAEL KREBS
Sa, 31. Okt 2026, 20:00

DAS MYSTERiUM DER BULGARISCHEN FRAUEN-STiMMEN: THE BULGARIAN VOICES ANGELITE

Faszinierend und glockenhell sind ihre Stimmen. Unverkennbar der archaische Gesangsstil – aus lokaler Tradition gewachsen. Ein einzigartiger Chor mit 24 weiblichen Stimmen – Das Mysterium

@ Treibhaus Innsbruck

DAS MYSTERiUM DER BULGARISCHEN FRAUEN-STiMMEN: THE BULGARIAN VOICES ANGELITE
Sa, 31. Okt 2026, 20:00 · Einlass 19:00

Mina Richman | + Lucy Fair

@ Moritzbastei › Veranstaltungstonne

Support: Lucy Fair Ehrlich. Queer. Selbstbestimmt. Es ist die Suche nach einer Perspektive und Lebensrichtung, die die queere Deutsch-Iranerin Mina Richman schon früh zur Musik treibt. In Berlin geboren, aber in der Kleinstadt Bad Salzuflen aufgewachsen, pendelt sie zwischen den Welten und entdeckt in der CD-Sammlung ihrer Tante Schätze wie Joan As Police Woman und Nina Simone. Inspiriert von diesen und aus der Einsamkeit der Corona-Pandemie heraus veröffentlicht sie 2022 ihre Debüt-EP „Jaywalker“ mit der sie als beste Newcomerin für den PopNRW Preis nominiert wird. Von ihrem Vater „aus Versehen“ zur Feministin erzogen – wie sie es einmal in einem „Zeit“-Interview formulierte – bediente sie sich für ihren Künstlerinnennamen beim berühmten Cher-Zitat „Mom, I am a rich man“. Der Solidaritäts-Song „Baba Said“ geht während der Revolution im Iran schlagartig viral und ermöglicht ihr mit ihrer Musik einen Beitrag zum Kampf für Freiheit und Menschenrechte zu leisten. Aktivismus mit Musik zu verbinden versteht sie als Pflicht und Notwendigkeit. In ihrem Debütalbum, welches am 15. März 2024 über das Ladies&Ladys Label erschien, stellt sich Mina Richman dem Erwachsenwerden. Mit viel Ehrlichkeit kehrt sie in ihre Kindheit zurück und verarbeitet streitende Eltern, kulturelle Entwurzelung und den gesellschaftlichen, wie auch ihren persönlichen Umgang mit ihrem Körper. Gemeinsam mit ihrer Band, Friedrich Schnorr von Carolsfeld, Alexander Mau und Leon Brames und dem Produzenten Tobias Siebert (Juli, Enno Bunger) entwickelte sie einen vielseitigen Sound, inspiriert von Soul und Blues Klassikern und modernen Folk und Hip Hop Produktionen. Von DLF Kultur und FluxFM zum Album der Woche gekürt, spielte sie im März/April 2024 eine deutschlandweite Headliner Tour und u.a. beim Orange Blossom Special, Traumzeit, Fusion, Waves Vienna und Reeperbahn Festival. Im Oktober begleitete sie Christina Stürmer auf Tour und gewann den PopNRW Preis in der Kategorie „Outstanding Artist“. Am 28. März erschien die zweite EP „Past 25“ und Mina Richman spielte im April und Mai 2025 eine deutschlandweite Headliner Tour und performte mit Bela B in Berlin bei einer Demo gegen Rechts den Ärzte Hit „Schrei nach Liebe“. Aktuell arbeitet sie mit ihrer Band an dem zweiten Album, welches im August 2026 erscheinen soll.

Mina Richman | + Lucy Fair