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Gelangweilt von ihrer leidenschaftslosen Ehe mit dem faden Musikanten Orpheus, vergnügt sich Eurydike lieber mit Pluto, dem Herrn der Unterwelt, und lässt sich – ganz anders als in der mythologischen Vorlage – mit Begeisterung ins Reich der Toten entführen. Als auch Himmelsvater Jupiter von der schönen Sterblichen erfährt, entbrennt ein witzgeladener Wettstreit um die Gunst der Eurydike. Im ersten großen Werk des »Vaters der modernen Operette« trifft mitreißende Pariser Tanzmusik auf orchestrales Feingefühl, gipfelnd im weltbekannten Cancan. Getragen wird Offenbachs Mythentravestie von einem spielfreudigen Ensemble der Spitzenklasse, das, angeführt von Sprecher Max Hopp, in eine knallbunte Unterwelt abtaucht. Mit Barrie Koskys Inszenierung ist ein absoluter Publikumsrenner zurück im Spielplan der Komischen Oper Berlin.

1. Akt – Erstes Bild

So hatten sich Orpheus und Eurydike ihre Ehe nicht vorgestellt. Statt glühender Verehrung für sein musikalisches Genie kassiert Orpheus von seiner Frau emotionsgeladene Abneigung gegen sein »Gefiedel«, denn aus einem prickelnden Leben als Gemahlin eines großen Künstlers ist schon längst langweiliger Alltag an der Seite eines eitlen Geigenlehrers geworden.

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