Di, 10. Nov 2026, 19:30
Hans ten Doornkaat: Bilderbücher denken
Hans-Preißinger-Straße 8, 81379 München, DE
Wer eine Inszenierung im Theater genießt, kann Stück und Bühnenbild und Performance leicht auseinanderhalten. Im Bilderbuch knackt schon die Schriftbildlichkeit die klare Trennung.
Wie beeinflusst die Aufteilung des Textes über Buchseiten hin unser Erleben der Narration? Welche Faktoren spielen da hinein – physisch, ästhetisch, haptisch? Oder wenn eine Doppelseite „gut“ gestaltet wird: Wer regiert: Satzraster oder Bildmotiv? Und wer reagiert wie? Gut möglich nämlich, dass die Abfolge der Seiten deren Rezeption weit mehr prägt als der Einzelinhalt. Dabei war noch gar nicht die Rede von Farben, Bildspannung und Themen.
Das Lektorieren von Bilderbüchern ist eine oft verkannte Coaching-Aufgabe. Es geht ums Ganze, denn Bilderbücher sind Gesamtkunstwerke. Ihre Möglichkeiten auszureizen und immer neu zu entdecken ist attraktiv für Leute, die Bücher gern umfassend konzipieren und gestalten.
Hans ten Doornkaat
Teilzeitrentner in Weinfelden (Schweiz) arbeitete als Verlagslektor und war zuletzt als Programmleiter für die Atlantis Bilderbücher verantwortlich, 2003 bis 2020. Er ist Kinderbuchkritiker der NZZaS und war Dozent für Geschichte und Theorie der Illustration an der HSLU Design, Film, Kunst, unterrichtete in Bibliotheksausbildungen und an PHs, vor allem aber hat er Buch für Buch im Diskurs mit Schreibenden und Illustrierenden dazugelernt und dieses Wissen später in viel beachteten Ausstellungen umgesetzt.
Veranstalter Typographische Gesellschaft München e. V.
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