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Wer eine Insze­nierung im Theater genießt, kann Stück und Büh­nenbild und Performance leicht ausein­an­der­halten. Im Bilderbuch knackt schon die Schrift­bild­lichkeit die klare Trennung.

Wie beein­flusst die Aufteilung des Textes über Buch­seiten hin unser Erleben der Narration? Welche Faktoren spielen da hinein – physisch, ästhetisch, haptisch? Oder wenn eine Doppelseite „gut“ gestaltet wird: Wer regiert: Satz­raster oder Bildmotiv? Und wer reagiert wie? Gut möglich nämlich, dass die Abfolge der Seiten deren Rezeption weit mehr prägt als der Einzel­inhalt. Dabei war noch gar nicht die Rede von Farben, Bild­spannung und Themen.

Das Lekto­rieren von Bilder­büchern ist eine oft verkannte Coaching-Aufgabe. Es geht ums Ganze, denn Bilder­bücher sind Gesamt­kunstwerke. Ihre Möglich­keiten auszu­reizen und immer neu zu entdecken ist attraktiv für Leute, die Bücher gern umfassend konzi­pieren und gestalten.

Hans ten Doornkaat

Teil­zeitrentner in Wein­felden (Schweiz) arbeitete als Verlags­lektor und war zuletzt als Programm­leiter für die Atlantis Bilder­bücher verant­wortlich, 2003 bis 2020. Er ist Kinder­buch­kritiker der NZZaS und war Dozent für Geschichte und Theorie der Illus­tration an der HSLU Design, Film, Kunst, unter­richtete in Biblio­theks­aus­bil­dungen und an PHs, vor allem aber hat er Buch für Buch im Diskurs mit Schrei­benden und Illus­trie­renden dazu­gelernt und dieses Wissen später in viel beachteten Ausstel­lungen umgesetzt.

Veranstalter Typographische Gesellschaft München e. V.

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